>Schneelast berechnen: Wie viel trägt das Dach?
Schneelast auf Dach
© SkyF - istockphotos.com

Zulässige Schneelast

Bei der Konstruktion von Dächern spielt die zulässige Schneelast für die Statik eine besondere Rolle. Die Schneelast ist ein normierter Wert und gibt an, wie hoch das Gewicht auf einer Dachfläche von einem Quadratmeter maximal sein darf, um die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion nicht zu gefährden. Wenn die Konstruktion nicht fachgerecht auf die zulässige Schneelast ausgelegt wird, kann es im schlimmsten Fall zum Dacheinsturz kommen. 

Unser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie mithilfe eines Schneelastrechners die zulässige Last in Abhängigkeit von Parametern wie Schneelastzone und Dachneigung berechnen können. Darüber hinaus geben wir hilfreiche Tipps, was im Falle von Schnee auf der Photovoltaikanlage zu tun ist.

Die Berechnung der zulässigen Last mit einem Schneelastrechner

Schneelastzonen Deutschland
Die Berechnung der Schneelast wird in Deutschland in der Norm DIN 1055 definiert. Im Internet finden Sie zahlreiche Tools, die diese Norm in Form eines Schneelastrechners nachbilden und die zügige Berechnung der zulässigen Last erlauben.

Die Last hängt von drei Parametern ab. Die Schneelastzone gibt zunächst Aufschluss darüber, ob das Gebäude in einer schneereichen oder schneearmen Region steht. Während das Voralpenland als schneereiches Gebiet zur Zone 3 gehört, fällt das Rheinland in die Zone 1 mit wenig Schnee. Als zweiter Parameter wird die Dachneigung berücksichtigt. Während ein Flachdach mit 0 Grad Neigung die volle Last tragen muss, hat der Schnee ab einer Dachneigung von 60 Grad überhaupt keine Auswirkung mehr. Darüber hinaus wird auch die Höhe über NN des betrachteten Gebäudes berücksichtigt. Die fünf Schneelastzonen in Deutschland können Sie der nebenstehenden Karte entnehmen.

Formel um die Schneelast zu berechnen

Entsprechend der fünf Schneelastzonen gibt es fünf Formeln zur Berechnung der Schneelast einer Region. Innerhalb dieser Zone kann es jedoch regionale Besonderheiten geben, wodurch die Ergebnisse der u. g. Formeln mit einem ortsabhängigen Faktor multipliziert werden müssen. Dies gilt zum Beispiel für das norddeutsche Tiefland und bestimmte Hochlagen, wie den Harz. Die jeweiligen Auflagen können Sie bei den örtlichen Stellen einholen.

  • Zone 1sk = 0,19 + 0,91 * ((A+140)/760)²
    • Schneelast in kN: > 0,65 (kN/m²)
  • Zone 1ask = 1,25 * [0,19 + 0,91 * ((A+140)/760)²]
    • Schneelast in kN: > 0,81 (kN/m²)
  • Zone 2sk = 0,25 + 1,91 * ((A+140)/760)²
    • Schneelast in kN: > 0,85 (kN/m²)
  • Zone 2ask = 1,25 * [0,25 + 1,91 * ((A+140)/760)²]
    • Schneelast in kN: > 1,06 (kN/m²)
  • Zone 3sk = 0,31 + 2,91 * ((A+140)/760)²
    • Schneelast in kN: > 1,10 (kN/m²)

Die Variable A steht hier für die Höhe über Normalnull (NN). Das Ergebnis der Gleichung sk ist die lokale Schneelast für die jeweilige Geländehöhe über NN. Sie bildet jedoch keinen allgemeingültigen Wert, da der Höchstwert individuell – abhängig beispielsweise von der Dachneigung – berechnet werden muss. Bei einer Dachneigung von 30° muss zur Berechnung des Normwerts si die charakteristische Schneelast sk mit dem Formelbeiwert µi multipliziert werden (in diesem Fall 0,8). 

  • Berechnung des Normwerts: sisk * µi
schnee auf solar
© SKatzenberger - istockphotos.com

Weiterhin müssen etwaige Schneeanhäufungen berücksichtigt werden. Bei aneinandergereihten Dächern ist dieser Faktor größer als bei frei stehenden Häusern. Ab einer Neigung von 60° kann zudem davon ausgegangen werden, dass eine etwaige Schneelast abrutscht. Flache Dächer tragen hingegen die gesamte Last. 

Dachdecker mit der Schneeräumung beauftragen

Bevor die zulässige Last überschritten wird und ein Dacheinsturz droht, sollte ein Dachdecker mit der fachgerechten Schneeräumung beauftragt werden. Mithilfe geeigneter Werkzeuge gelingt es dem Profi in kürzester Zeit, das Dach von Schnee zu befreien. Auch bei verschneiten Photovoltaikanlagen sollten Sie eine Schneeräumung in Betracht ziehen, um den Energieertrag durch Sonneneinstrahlung zu verbessern.

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