Krüppelwalmdach Aufbau: Wie unterscheidet es sich vom Walmdach?
Krüppelwalmdach Aufbau: Wie unterscheidet es sich vom Walmdach?
Das Krüppelwalmdach wird von vielen als das perfekte Dach bezeichnet, da es die Vorzüge zweier beliebter Dachformen in sich vereint. Besonders in Norddeutschland und den Niederlanden erfreut es sich großer Beliebtheit. Wir erklären, warum das Krüppelwalmdach viel toller ist als sein Name und für welche Hausbauer es sich am meisten lohnt.
Inhaltsverzeichnis
Krüppelwalmdach Aufbau
Ein Krüppelwalmdach ist ein Walmdach, bei dem die Walme verkürzt sind und ihre Traufe oberhalb der Dachtraufe der langen Dachseiten liegt. Es wird auch Schopfwalm oder Halbwalm genannt. Ein Walmdach ist durch vier geneigte Dachflächen gekennzeichnet: zwei größere Dachflächen auf den Traufseiten und zwei Walme auf den Giebelseiten. Vereinfacht gesagt handelt es sich um ein Satteldach, dessen Giebel durch geneigte Dachflächen ersetzt werden. Reichen diese Walme vom First bis zur Traufe und ersetzen den Dachgiebel vollständig, spricht man von einem klassischen Walmdach.
Es handelt sich um ein Sparrendach, dessen Dachneigung meist sehr steil ausgelegt ist und in der Regel 35° oder mehr aufweist. Der First dient als oberster Auflagerpunkt für die Sparren, welche bis zur Traufe reichen. Soll der Raum unter dem Dach als Wohnraum genutzt werden, muss eine Dämmung des Daches erfolgen. Ist das nicht der Fall, reicht es für gewöhnlich, wenn nur die Obergeschossdecke gedämmt wird.
Vorteile des Krüppelwalmdachs
Das Krüppelwalmdach übernimmt einen Vorzug des normalen Walmdachs, nämlich den der deutlich reduzierten Windlast gegenüber dem in Deutschland weit verbreiteten Satteldach. Kein Wunder also, dass das Dach vor allem in Küstengebieten häufig vorkommt.
Allerdings bietet sich direkt unter einem normalen Walmdach nur wenig Wohnraum. Das Krüppelwalmdach dagegen bietet aufgrund des verkürzten (bzw. „verkrüppelten“) Walms mehr Wohnfläche und fügt der geringeren Windlast einen großen Vorzug hinzu. Dennoch bleibt die Konstruktion damit aufwendiger als beispielsweise gewöhnliche Satteldächer, was sich in den erhöhten Baukosten bemerkbar macht. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Preisvergleich zu Krüppelwalmdach Kosten.
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Nachteile des Krüppelwalmdachs
Wo so viele Vorteile sich auf einem Dach vereinen, da muss doch irgendwo auch ein Haken sein. Und ja, das Krüppelwalmdach ist verhältnismäßig material- und zeitaufwändig, die Dachkonstruktion ist komplexer und die Planung anspruchsvoller als bei einem einfachen Satteldach. Dadurch steigen die Kosten für die Dachdeckung merklich an. Auch die Kehlen zwischen Walm und Giebeldreieck gelten als etwas anfälliger für Undichtigkeiten und erfordern eine sorgfältige handwerkliche Ausführung. Diese höheren Kosten kann das Krüppelwalmdach aber wiederum durch seine ebenfalls hohe Lebensdauer ausgleichen.
Häufig gestellte Fragen zum Krüppelwalmdach
Was ist der Unterschied zwischen einem Krüppelwalmdach und einem klassischen Walmdach?
Beim Krüppelwalmdach sind die Walme verkürzt und enden oberhalb der Dachtraufe – beim klassischen Walmdach reichen sie bis zur Traufe und ersetzen den Giebel vollständig.
Welche Dachneigung hat ein Krüppelwalmdach?
Die Dachneigung liegt in der Regel bei 35° oder mehr.
Wie lange hält ein Krüppelwalmdach?
Die Lebensdauer hängt stark vom Eindeckungsmaterial und der Bauausführung ab. Bei guter Qualität und regelmäßiger Wartung sind 40 bis 100 Jahre realistisch.
Ist ein Krüppelwalmdach teurer als ein Satteldach?
Ja, die aufwendigere Konstruktion schlägt sich in höheren Baukosten nieder.