Dachrinne montieren: Anleitung

Sie möchten eine neue Dachrinne montieren? Das geht und ist vor allem bei Gartenhäusern, Garagen und Co. relativ einfach, denn dafür brauchen Sie im Normalfall kein Gerüst und die Menge der Einzelteile ist überschaubar. Günstige Kunststoffrinnen erhalten Sie in jedem Baumarkt als Komplettsystem. In diesem Beitrag erfahren Sie im Detail, wie Sie Kunststoffrinnen montieren. Wir geben aber auch Hinweise darauf, was bei Metallrinnen zu tun ist. Letztere erfordern Lötarbeiten, die Sie nur mit entsprechender Erfahrung und den passenden Werkzeugen durchführen sollten, da es bei einer mangelhaften Montage schnell gefährlich werden kann und die Dachrinne ggf. undicht wird.

An Material und Werkzeug benötigen Sie:

  • Dachrinnenteile
  • Rinnenhalter
  • Ablaufstutzen 
  • Rohrbögen
  • Fallrohr
  • Gerüst (ggf. Leiter)
  • Zollstock oder Maßband
  • Richtschnur
  • Wasserwage
  • Schleifpapier
  • Schraubendreher bzw. Akku-Schrauber
  • Lochsäge
  • ggf. Akku-Bohrhammer

 

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Dachrinne-montieren

Inhaltsverzeichnis

Dachrinnenhalter montieren

Als Erstes müssen Sie die Halterung für die Dachrinne montieren. Diese bestehen bei Kunststoffrinnen aus Rinnenhaltern, welche an das Traufbrett angebracht werden. Bei Metallrinnen werden Rinneisen verwendet. Das Traufbrett stellt den Abschluss der Sparren dar und befindet sich der oberen Seite der unteren Sparren. Es kann daher nötig sein, ggf. die unterste Reihe an Dachziegeln zu entfernen, um das Traufbrett freizulegen. Bei Gartenhäusern ist das in der Regel nicht notwendig, da das Traufbrett bereits freiliegt. Die beiden äußersten Rinnenhalter werden jeweils mit ca. 10 Abstand zum Ende relativ nah am Abschluss des Traufbretts befestigt. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Ein Dachrinnenhalter wird am Ende des Traufbretts montiert. Achten Sie darauf, dass dieser Rinnehalter so hoch wie möglich am Traufbrett angeschraubt wird. Diese Stelle stellt später den höchsten Punkt der Dachrinne dar. Von hier aus wird das Regenwasser auf die andere Seite der Dachrinne abfließen.
  2. Nehmen Sie anschließend einen Stift zur Hand und markieren Sie die Position für den Rinnenablauf am Traufbrett. Diese Position stellt den niedrigsten Punkt der Regenrinne dar. Der zweite Rinnenhalter wird diesmal nicht ganz am oberen Rand des Traufbretts, sondern etwas weiter nach unten versetzt montiert. Beachten Sie, dass nachher ein Gefälle von 2 bis 3 mm pro lfm entstehen muss, damit das Wasser an einer Seite auch ablaufen kann. Sie sollten daher auch die insgesamte Länge der Dachrinne kennen. Bei 5 Metern Dachrinnenlänge wären das 1 bis 1,5 cm, die der zweite Rinnenhalter nach unten versetzt befestigt werden muss.
  3. Als nächstes nehmen Sie eine Richtschnur zur Hand und verbinden die beiden Rinnenhalter miteinander. Anhand der Richtschnur können Sie die exakte Höhe der anderen Rinnenhalter besser festlegen. Bei Dachrinnen aus Kunststoff sollte alle 50 cm einen Rinnenhalter montiert werden. Machen Sie sich dazu am besten Markierungshilfen. Sollten Sie stattdessen Rinneisen verwenden, gehen Sie ebenfalls so vor. Allerdings müssen hier die Eisen entsprechend zurechtgebogen werden. Das Gefälle entsteht, indem die Biegestellen der einzelnen Rinneisen immer um 1,5 bis 2 mm versetzt wird. Deswegen sollten Sie erst alle Rinneisen verbiegen, bevor Sie diese an die Traue montieren.
  4. Prüfen Sie nach jeder montierten Halterung, ob ein Gefälle vorhanden ist. Nachdem Sie alle weiteren Rinnenhalter montiert haben, prüfen Sie noch ein mal mit der Wasserwaage an der Richtschnur, ob das Gefälle auch wirklich gegeben ist.
Dachrinnenhalter-montieren

Dachrinnen einsetzen

  1. Setzen Sie jetzt das erste Rinnenteil in die Halterungen ein. Die Wulst an der Rinne sollte dabei über die Halterungen gehen. Ein Schraubendreher kann ihnen dabei helfen, die Wust über die Halterung zu schieben. Es sollte deutlich „einrasten“ und festsitzen. Bei Rinneisen können Sie eine Zange verwenden.
  2. Setzen Sie jetzt das zweite Rinnenteil in die Halterungen ein und nehmen Sie einen Rinnenverbinder zur Hand. Dieser besitzt Markierungen, welche angeben, wie weit der Abstand zwischen den beiden Rinnenteilen sein muss. Sie dürfen sich nämlich nicht direkt berühren, da sie sich bei hohen Temperaturen ausdehnen und Platz benötigen. Sollten Sie mehrere Rinnenteile bis zum Rinnenablauf benötigen, sollten Sie immer darauf achten, dass dieser Mindestabstand gegeben ist. Bei Metallrinnen darf es dagegen keinen Abstand geben. Im Gegenteil, hierbei müssen die einzelnen Rinnenteile ca. 1 cm überlappen und an dieser Stelle verlötet werden. Je nach Material der Rinne kommt dabei entweder das Weichlöten oder Hartlöten zum Einsatz. 
  3. Rinnenteile, die nicht genau passen, müssen gekürzt werden. Auch hierzu können Sie die Markierung am Rinnenhalter nutzen. Die Rinne wird entsprechend mit einer Metallsäge gekürzt und die rauen Rändern mit Schleifpapier entgratet. 
  4. Vergessen Sie nicht, an beiden Enden der Dachrinne die Endstücke einzusetzen.
Dachrinne anbringen

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Fallrohr einsetzen

Als letztes kommt das Rinnenteil mit dem Fallrohr. Das Fallrohr befindet sich hierbei immer an tiefsten Teil der Dachrinne. Das ist meist ein Ende einer Dachrinne, kann theoretisch aber auch in der Mitte liegen, sofern das Gefälle auf beiden Seiten gegeben ist.

  1. Dazu legen Sie das Rinnenstück umgekehrt auf eine Unterlage, nehmen einen Ablaufstutzen und setzen ihn auf die gewünschte Stelle. Zeichnen Sie den Umriss auf die Rinne und schneiden Sie mit einer Lochsäge die Öffnung aus. Wie schon bei den Rinnen müssen auch hier die Kanten mit Schleifpapier entgratet werden. Bei einer Metall-Dachrinne müssen Sie zu einer Metallsäge greifen, ein X einschneiden, mit einer Blechschere die einzelnen Teile rausbiegen und mit einem Gummihammer die Kanten nach außen drücken, damit das Wasser später problemlos abfließen kann.
  2. Befestigen Sie jetzt das präparierte Rinnenstück und setzen Sie den Ablaufstutzen an das zuvor geschnittene Loch. Mithilfe von passend zurechtgeschnittenen Rohrbögen, die mit dem Stutzen zusammengesetzt werden, können Sie das Fallrohr näher an die Hauswand bringen. Der Abstand zur Wand hängt davon ab, wie lang die Befestigungsschrauben an den Rohrschellen sind und wie tief sie eingeschraubt werden. 
  3. Das Fallrohr selbst wird nicht sofort angebracht, sondern erstmal mit einer Rohrschnelle positioniert, um die Stelle der exakten Bohrung zu finden. Markieren Sie sich die Stelle und bohren Sie ein Loch in die Wand. Dabei sollten Sie nicht durch die Wand durchbohren. Anschließend schrauben Sie die Ringschraube von der Rohrschnelle in das Loch. Insgesamt brauchen Sie etwa alle zwei Meter eine Rohrschnelle. Bei kurzen Fallrohren reichen jeweils oben und unten eine Schelle, bei längeren wird meist noch eine in der Mitte benötigt. Achten Sie darauf, dass sich die Löcher in einer senkrechten Linie befinden und die selbe Lochtiefe besitzen.
  4. Nachdem alle Ringschrauben in die Wand geschraubt wurden, können Sie jetzt das Fallrohr mithilfe der Rohrschellen an die Ringschrauben befestigen. 
  5. Tipps: Das Endstück des Fallrohrs sollte nach unten hin schräg angesägt werden, damit das Wasser besser abfließen kann. Sollte das Stück noch zu weit vom Boden entfernt sein, können Sie vorab mit einem passenden Stück Fallrohr und einer weiteren Rohrschelle das Fallrohr verlängern.
Fallrohr-montieren

Dachrinne beschädigt! Was tun?

Aller Anfang ist schwer. So kann es bei einer fehlerhaften Installation schnell zu undichten Stellen kommen. Und auch wenn die Montage der Dachrinne geglückt ist, kann trotzdem nach einiger Zeit eine Reparatur anfallen. In unserem Ratgeberbeitrag Dachrinne undicht: Was ist zu tun? erklären wir, wie Sie undichte Stellen in der Dachrinne ganz einfach selbst beheben können.

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